Sunday, June 7, 2015

Fliegen in Tetovo

Samstag 30.05.
Fliegen in Tetovo Tag 1

Eine Stunde zu früh steht Ali im Hotel und holt uns ab. Er zeigt uns den Landeplatz.
"Von der Luft aus einfach der Straße an der dritten Moschee bis zum Landeplatz folgen."
Danach treffen wir uns mit Shabedin in einer Kaffee Bar in ihrem Dorf.
Gemütlich sitzen wir bei einem Kaffee zusammen.



Ali hat lange in Deutschland gelebt und spricht perfekt Deutsch. Wir lernen Shabedins Vater, Bruder und Freunde kennen. Ein Freund kommt mit einem gelandegangigen Jeep und Anhänger vorbei. Die Packsäcke werden am Anhänger fest gezurrt. Durch einen schönen Mischwald schaukeln wir die schlechte Straße hinauf. Als sich der Wald lichtet steigen wir aus. Wir wandern aus dem Wald auf eine riesige Almwiese rauf.




Herrliche Wiesenstartplatze, soweit das Auge reicht. Gute thermische Ablösungen ziehen herauf.
Shabedin wird schön langsam nervös und startet als Erster. Christian, ich und dann Ali folgen ihm.




Christian schafft es als einziger Höhe zu machen. Shabedin und ich fliegen stundenlange die Waldhänge ab. Doch jedesmal auf Startplatzhöhe stehen wir an. Christian schaut sich die Gegend von ganz oben an. Über einer Schafherde mit ihren fuer die Region typischen Hirtenhunde (Sarplaninac - Jugoslawischer Hirtenhund) macht er Höhe bis er über dem Kamm ist. Der starke Nordwind läst ihn bei dem Versuch Richtung Kosovo zu fliegen wieder umdrehen.










An der Basis auf 3200m geht's ab in den Süden. Einer der höchsten Berge Mazedonien ist ca. 2700m hoch und hat einen historischen Turm am Gipfel, wie Christian waehrend dem Flug feststellt.
Die Radfahrstrecke der letzten 2 Tage schaut er sich teilweise von der Luft an. 






Christian fühlt sich (fast) wie zu Hause in den Niedern Tauern - wenn man nicht Kukes in der Ferne sehen würde. Die kleinen Bergdörfer mit ihren Moscheen passen auch nicht ganz zu den Niederen Tauern;-).   Nach einer Pinkelpause am Sender von Popova Šapka, wo sich gerade andere Piloten zum Start herrichten, dreht Christian mit den anderen Flieger eine Runde.


Ich bin schon längst bei Shabedin auf einer Wiese gelandet. Er fragt mich, ob ich weiß wo Christian ist und sucht den Himmel nach einen gelben Ion ab. Ich erkläre, dass Christian nicht von 5-6 Uhr auftauchen wird. Ali ist auch schon am Weg uns abzuholen.


Nach einer Kaffeepause in  einem Restaurant fahren wir auf einen deutlichen niedereren Startplatz über der Stadt Tetovo. Ich sumpere die paar 100 hm zum Landeplatz runter. Shabedin schafft es Höhe zu machen und hat noch einen schönen Flug.
An einem Cafe neben dem Landeplatz trudeln schön langsam einige Piloten. Auch Christian taucht wieder auf. Er fliegt weiter Richtung Norden. Via Funk erhält Ali die Meldung, dass der Österreicher im Station in Tetovo gelandet ist. Ali und ich machen uns auf den Weg "Meister Christian" zu holen.
In der Fliegergemeinschaft hat es sich schon herum gesprochen dass hier Österreicher unterwegs sind und wir gehören schon dazu. Nach einem schönen Flugtag und nach einen netten zusammen sitzen mit Fliegerkollegen lässt uns Ali beim Hotel aussteigen. Das einzige was nicht schön ist, ist die Fabrik die die ganze Gegend verpestet.
Ali hat uns erzählt das sie in den nächsten Tagen geschlossen werden soll, zum Glück.
Christian und ich gehen noch etwas Essen und machen noch einen kurzen Abstecher in die Fortgehmeile von Tetovo.



Sonntag 31.05.
Fliegen in Tetovo Tag2

Shabedin kann heute leider nicht fliegen. Auch Ali macht eine Pause.
Sie organisieren aber für uns ein Treffen mit Oliver. In einer Kaffeebar treffen den netten Flugkollegen.
Er bringt uns mit dem Auto zum Startplatz hoch.
Ich habe gleich nach dem Start einen Lift. Dann geht's nur zäh weiter.
Heute schaue mir die Bergdörfer, Schafherden und Hunde mal an. Christian plagt sich in der heißen Suppe auf der Suche nach höher bringender Thermik. Schließlich gibt er auf.
Am Landeplatz trifft er Oliver wieder und kann mit ihnen auf den höher liegenden Startplatz am Popova Šapka (Antenne) mitfahren. Ich beobachte von oben wie sich das Auto langsam zur Antenne vorarbeitet. Christian startet am Nachmittag mit den anderen Piloten.





"perfekter" luftverschmutzender Windanzeiger (Fabrik nahe Tetovo)

An den weiter hinter liegenden höheren Bergen beginnen sich die Wolken zu türmen. In den Restaurant Nahe dem Landeplatz trifft man sich schließlich auf einen Landekaffee.


Als wir am Abend gerade Essen sind, schickt uns Shabedin eine Nachricht. Er sitzt in einer Bar in der Stadt, wir sollen vorbei kommen. 
Es wir eine gemütliche Runde in einer Bar mit life Musik.




 
Montag 01.06.
Fliegen in Tetovo Tag 3

Shabedin hat sich extra den Tag frei genommen um nochmal mit uns fliegen zu gehen.
Er hat uns zum Frühstück in sein Dorf eingeladen. Wir treffen uns in dem Restaurant von seinen Bruder.
Ali kommt auch, sowie der Vater von Shabedin.


Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Startplatz. Leider hat der Freund mit dem Jeep keine Zeit. So fahren wir mit dem Taxi auf einen gut erreichbaren Startplatz.
Nach etwa 10 min Gehzeit erreichen wir eine große Alm. Der Wind kommt komplett von der Seite. Also machen wir uns es in der Wiese gemütlich.



Ali gibt eine Runde Bananen aus. Die Wolken in den Bergen wachsen rasch und es sieht nach Überentwicklung aus. Irgendwann starten wir.
Shabedin, ich und auch Ali steuern bald das Stadion als Landeplatz an, da sich die Wolken immer mehr türmen.




 



Christian reizt das Flugfenster etwas länger aus. Doch als sich in den Bergen hinter Tetovo eine schwarze Gewitterwolke zusammen braut spiralt auch Christian ab.


Ali, Shabedin, Christian und ich gehen ein Eis essen in die Stadt.
Nach einen kurzen Anruf kommen auch Oliver und Vladimir vorbei. So sitzen wir schon wieder in der netten Gemeinschaft beisammen.


Der Obmann des lokalen Fliegerclubs kommt auch noch vorbei und begrüßt uns herzlich. Er lädt uns zum Essen ein und wir gehen in ein typisches Balkanlokal lecker Essen.



Er möchte uns auch noch das Nachtleben der Stadt zeigen. Christian und ich lehnen dankend ab.Wir möchten uns gerne ins Hotel zurück ziehen. Wir verabschieden uns von Shabedin und bedanken uns für die wunderbaren Tage in Tetovo.

Unterwegs von Kukes (Albanien) ueber Kosovo nach Tetovo (Mazedonien)

Donnerstag, 28.05.
Kosovo

Um 10 Uhr sind wir Start klar zum Weiterradeln. Nach etwa 10 Tagen freuen wir uns wieder auf dem Sattel zu sitzen. Wir kommen uns ein wenig blöd vor als wir den Mann an der Rezeption fragen ob wir mit dem Radl auf der Autobahn fahren können. Doch der zuckt nur kurz mit den Schultern und sagt: "Why not? It's not a problem."







Also fahren wir, um ein paar Höhenmeter zu sparen, auf der Autobahn. Warum auch nicht, es sind selbst Fußgänger auf der Autobahn unterwegs. Für die gibt's extra kleine Treppen um einfacher über die Leitplanke zu kommen.






Auf einer Autobahn Tankstelle fragt uns ein Albaner, wie so oft, woher wir sind. Er freut sich über unseren "Besuch" und lädt uns auf einen Kaffee ein. Auch der Restaurantbesitzer gesellt sich zu uns und zeigt uns, oder eigentlich Christian, stolz ein paar Fotos von seiner vollbusigen Freundin aus Amerika.


 

Bei wenig (Auto)Verkehr und viel Gegenwind erreichen wir nach etwa 20km die Grenze zum Kosovo. Unser Plan wäre über einen abgelegenen Pass in den Bergen nach Mazedonien zu fahren. Doch als wir uns am Grenzposten über den Grenzübergang in den Bergen erkundigen sagt uns leider der Beamte, dass der Grenzübergang gesperrt ist und nur das Militär in diesem Gebiet ist. Also müssen wir unseren Plan ändern. Im Kosovo folgen wir der Autobahn bis zur ersten Ausfahrt. Dort steht blöderweise die Polizei.





Gespannt ob gleich etwas passieren wird, radln wir vorbei. Als uns die Polizisten sehen hupen sie kurz und winken uns zu. Christian dreht sich noch ein paar mal um, um sicherzugehen, dass wir nicht stehen bleiben müssen. Doch es war tatsächlich nur ein freundlicher Gruß.



An einer Tankstelle mit WiFi checkt Christian nochmal den Wetterbericht und kontaktiert Fliegerkollegen in Mazedonien. Ich unterhalte mich in der Zeit mit dem gesprächigen Tankwart. Für ihn ist völlig klar, dass wir über die Autobahn gekommen sind, ist ja schließlich die Beste Verbindung. Er überhäuft mich mit Tipps und guten Ratschlägen zu unserer Weiterfahrt. In der schönen Altstadt von Prizren essen wir eine Kleinigkeit. Gestärkt fahren wir Richtung den 1550m hohen Pass. Zuerst durch ein enges V-Tal, dann durch ein grün bewaldetes Tal geht's immer leicht ansteigende Bergauf.



Die Gegend ist überraschenderweise Aufgrund des nahen Schigebietes sehr touristisch. An der letzten Kehre bevor wir den Pass erreichen bauen wir an einem Feldwegerl unser Zelt auf.
Bei kalten 8 Grad Celsius kriechen wir in den Schlafsack.







Freitag, 29.05.
Mazedonien

Zum munter werden treten wir um 7:30 Uhr die letzten 300 hm den Pass hinauf. Christian ist schon voraus gefahren. Am höchsten Punkt ist eine kleine Ansiedlung. Ich sehe Christian nicht. Leicht verärgert, im Glauben Christian hat nicht gewartet, lasse ich das Radl den Berg hinunter laufen.









Im ersten Ort holt mich Christian ein. Er hat mich am Pass vorbei fahren sehen. Dann ist ja wieder alles gut. Wenn wir nach Mazedonien wollen müssen wir noch über einen bewaldeten Bergrücken. Bevor es wieder bergauf geht machen wir noch eine Kaffeepause. Zur Unterhaltung sehen wir uns die Familiefotos eines anderen Gastes am Handy an. Schließlich sagt Christian dass wir weiter müssen. Obwohl er noch einige Fotos von Frau, Kinder, Onkeln, Tanten... am Handy gehabt hätte.




Wir verlassen den Kosovo ohne mit Steinen beschmissen oder ausgeraubt worden zu sein, wie es die Vorurteile verlangt hätten.

 


Mazedonien kennt man zu Hause meist nur vom Song Contest. Durch den Anschlag in Kumanovo hat das Land vor kurzem leider negative Schlagzeilen gemacht. In Skopje wird wegen der politischen Unzufriedenheit demonstriert.



wir verabschieden uns von unserem kurzweiligen Wegbegleiter :-)


Christian hat schon Kontakt mit einem Flieger aus Nähe Tetovo aufgenommen, dort wollen wir hin.
Kurz bevor wir Tetovo erreichen überholt uns ein Auto und der Beifahrer ruft aus dem Fenster:
"You are Christian? "
Komisch, woher kennen die Christians Namen? Es sind zwei Piloten, der Nova Windsack hat uns verraten.  Der Flieger Shabedin mit dem Christian schon e-Mail Kontakt hatte begrüßt uns herzlich und Ali ein top fiter Pensionist (neben den selbst Stazi alt aussieht). Sie sind gerade am Weg zum Startplatz. Wenn wir Lust haben können wir gleich mitkommen. Lust hätten wir schon, aber wohin mit den Radln und den Taschen? Wir einigen uns erst morgen zum Fliegen zu gehen.
Christian und ich fahren erst mal in die Stadt was essen.



Leider hat uns unser Couchsurfing Gastgeber im letzten Moment wegen familiären Gründen abgesagt.
Er hat uns aber die Adresse zur billigsten Unterkunft in der Stadt genannt. Wir checken ein, in das schmuddelige Stundenhotel.
Am Abend klopft es an der Tür. Ali wollte uns noch mal willkommen heißen und lädt uns auf ein Getränk in die Stadt ein. 

Abhaengen Triana; zurueck nach Kukes

Montag u. Dienstag  25.05.u. 26.05.
Nochmal in Tirana

Ich besorge mir ein neues Handy. Christian ist damit beschäftigt den Blog zu aktualisieren und unsere bisherige Route auf Google Maps zu zeichnen.
Die restliche Zeit verbringen wir gemütlich im Hostel. Auf der Couch liegen, kochen, einkaufen gehen, Internet surfen und sich über das nächste Reiseziel informieren,....







Mittwoch, 27.05.
Zurück in Kukes

Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle.
Mit dem Minibus geht's dann nach Kukes wo unsere Radl auf uns warten.
Als wir Kukes erreichen, beginnt es gerade zu regnen. An einer Tankstelle suchen wir Unterschlupf vor dem Regen. Von hier versuchen wir ins Stadtzentrum zu stoppen. Der Tankwart hilft uns und haelt ein Auto für uns an.
Eigentlich wollten wir mit den Radln noch aus der Stadt raus. Doch bei dem Wetter entscheiden wir uns doch noch eine Nacht im Hotel zu bleiben.
Unsere Radln sind auch noch da:-)