Tuesday, June 4, 2013

Mit dem Radl unterwegs in den schottischen NW Highlands (Chapter 2)

Ein Tag in Ullapool
Freitag 31.05.
Waesche gewaschen, Blog Spot geschrieben, durch Ullapool spaziert, gemuetlich bei Kaminfeuer Tee getrunken.
Wetter: regnerisch





Von Ullapool nach Gairloch
Panne: Felgenhorn durchgebremst
Fahrzeit: 6h31min, 107km
Samstag 01.06.
Gut ausgeschlafen meisterten wir die ersten hügeligen 45km in 2h.
Da es dann zu regnen begann legten wir in einem Tea House eine laengere Pause ein. Waehrend der Tee Pause hatten wir ein paar nette Unterhaltungen mit anderen Reisenden. Als der Regen nachließ setzten wir unsere Reise fort. Von nun an hatten wir stärken Gegenwind der uns das Vorankommen nicht einfacher machte. Kurz vor Gairloch stellte Christian fest, dass die Felge vom hinteren Laufrad durchgebremst war (man konnte bereits durchs Felgenhorn zum Schlauch durchschauen;-). In Gairloch machten wir uns auf die Suche nach einem Ersatz-Laufrad. Zuerst versuchten wir es erfolglos auf den beiden Campingplatzen. Anschliessend laeuteten wir (es war mittlerweile 21:30 Uhr) ein paar Gairloch-ianer aus ihren Häusern, in der Hoffnung ein Laufrad von einem alten MTB erwerben zu koennen. Die ersten beiden Versuche waren leider erfolglos. Die Leute war trotzdem sehr nett und es war ihnen merkbar unangenehm, dass sie uns nicht helfen konnten. Den dritten Versuch starteten wir bei einem Haus in dem eine alte blinde Frau wohnte. Auch ihr war es schon fast peinlich, dass sie uns nicht helfen konnte. Sie verwies uns auf ihren Nachbarn, sie versicherte uns, dass er uns helfen kann. Tatsaechlich konnte uns ihr Nachbar helfen. Gleich nachdem ich ihm unser Problem schilderte meinte er, ich soll mal in die Garage mitkommen und mir einfach nehmen was ich brauche. In der Garage standen zwei komplett verstaube uralt-mtbs. Der Besitzer meinte, er haette die Reader sowieso noch nie wirklich benutzt, da sich Schottland sowieso nicht zum Fahrradfahren eignet. Also tauschte ich mein geliebtes  American Classic LaufRad gegen ein Ca.25 Jahre altes MTB LaufRad. Da ich die Ritzelkassette nicht demontieren konnte und die Aufnahme ohnehin nicht mit meiner 9fach kompatibel waehre, fuhr ich von nun an mit nur 15 Gaengen durch Schottland;-)
Nachdem wir um Ca 11:00 Uhr Abend mit der Bastlerei (Stollenreifen durch Slickreifen ersetzt, die abgenudelten Bremsbelaege erneuert, Schaltung auf 5fach Kassette eingestellt) fertig waren gingen wir ins Dorf Pub und tranken zur Feier des Tages noch ein Bier. In der gemütlichen Bar (mit Kaminfeuer) lernten wir einen leicht betrunkenen Schotten kennen, der ebenfalls eine Fahrradtour durch die Highlands machte. Witzig war auch die restlichen leicht betrunkenen Schotten beobachten zu koennen.
Nach der Sperrstunde schlugen wir unser Zelt am Dorf Fussballplatz auf.















Gairloch nach Shieldaig
Kaltes Wetter, wenig Motivation zum Radeln
Fahrzeit: 3h45min, 67km
Sonntag 02.06.
Am Morgen kauften wir eine Schachtel Pralinen und bedankten uns damit bei dem hilfsbereiten Schotten, der uns das Weiterfahren ermöglichte.
Anschliessend fuhren wir zum "Shop on the Peer". Am Vortag gab uns ein netter alter Mann (der keine Zaehne aber dafuer einer sehr grosse Nase hatte) den Tipp, dass wir hier ev. Werkzeug fuers Demontieren der Ritzelkassette bekommen koennten. Leider gab's dort das Werkzeug, wie erwartet, nicht. Also trennten wir (beim kaputten Laufrad) die Nabe von den Speichen, entsorgten die Speichen + die kaputte Felge und packt den Naben-Kassetten-Verbund in die Fahrradtasche und setzten unsere Fahrt fort. Bei wenig Wind fuhren wir eine schoene Bergkette entlang. Da Christian an diesem Tag ein wenig faul war und er nicht recht radeln wollte, legten wir bei einem Wirtshaus im Dorf Annan eine Pause ein (Christian machte ein kurzes Schlaefchen auf der Couch). Dort kamen wir mit einem alten schottischen Sunny-Boy ins Gespräch der frueher, in jungen Jahren, als Schilehrer in Radstadt arbeitete. Am spaeten Nachmittag fuhren wir noch ein paar km (bei wunderbaren sonnigen Wetter ohne Wind) bis Shieldaig. Dort wanderten wir mit unseren Fahrradtaschen ein Stueck einen Huegel hinauf, wo wir dann unser Zelt aufbauten. Abends genossen wir lecker Nudeln + Schafgebloeke + Aussicht auf Meer und Berge.











Weiter zur Insel Skye
Christians Hintern schmerzt
Fahrzeit: 4h39min 78km,
Montag 03.06.
Lange (bis 11:00 Uhr) geschlafen. Beim Zelt Abbauen begann es leicht zu regnen. Spaeter beim Radeln hoerte es zum Regnen auf und es kam zeitweise sogar die Sonne zum Vorschein. In einem kleinen Fischerdorf kehrten wir zum Mittagessen ein. Kurz vor der Skye Insel machten wir einen Abstecher zum Eilean Donnan Castel.
Eine Änderung der Sattelneigung milderte Christians Arschleiden, dass in schon seit dem Morgen quälte. Nach der Skye bridge Querung schlugen wir unser Lager am Strand der Insel auf. Bei wärmender Abendsonne kochten wir uns einen gschmackigen Gurken-Tomaten-Sardellen-Avocado Salat. Nach der Mahlzeit machten wir noch einen Strandspaziergang und tranken ein Bier in einem gemütlichen Pub.











Ein Tag in Kyliakin
Dienstag 04.06
Am Morgen Porridge mit viel Kakao gegessen.
Im Hostel das Zelt aufgebaut u. einwenig herumgeaengt.
Am Nachmittag koestlich gespeist:
- Seafood Suppe (Clowder)
- Haggis
- Lachs mit Krabben
- Schokokuchen mit Eis
+ Twix u. Steuselkuchen-Riegel;-)



Da Maria am Nachmittag die traurige Nachricht erhielt, dass ihre Oma verstorben ist organisierten wir eine schnellstmoegliche Rueckreise nach Oesterreich.
Wir werden Morgen mit dem Zug nach Edinburgh fahren u. am Do. retour nach Hause fliegen.



Die zurueckgelegte Strecke:



Reise Skye - Edinburgh
Mittwoch 05.06
Mit dem Zug reisten wir von der Skye Insel bis Edinburgh.
Nach unserer Ankunft um 23:30 Uhr im B+B wurden wir von unserer Gastgeberin wieder herzlich empfangen.


Reise Edinburgh - Wien - Micheldorf
Donnerstag 06.06
Am Morgen (wieder mit den Fahrradschachteln am Gepäcksträger) zum Flughafen geradelt
Nach der Ankunft in Bratislava gerade noch den Bus nach Wien erwischt.
Vom VIB Terminal quer durch Wien zum Westbahnhof geradelt. Unterwegs machten wir noch einen Abstecher zum Nachmarkt und kauften Massala + Rosa Sonnenbrille ein.
Danach fuhren wir mit dem Zug nach Kirchdorf. Abends um 21:30 Uhr radelten wir dann vom Kirchdorfer Bahnhof nach Micheldorf.

Begräbnis
Mittwoch 07.06
Trauertag, Begräbnis von Marias OMA







Friday, May 31, 2013

Mit dem Radl unterwegs in den schottischen NW Highlands (Chapter 1)


Anreise nach Wien
Freitag 24.05.
Mit Fahrrad (Karton), Fahrradtaschen u. IKEA Sackrodel per Zug von Ki nach Wien zur Magdi gefahren.
Am Abend noch ungesundes Zeug gegessen u. leckeren Wein in Magdis WG getrunken.


Anreise Wien - Bratislava - Edinburgh - Inverness
Samstag 25.05.
Um 04:30 Uhr aufgestanden, danach mit Fahrradkarton - IKEASackrodelverbund zum VIB Bahnhof gerodelt. Anschliessend per Bus nach Bratislava gefahren.
Die IKEA Sackrodel spendeten wir dem Busbahnhof beim Flughafen Bratislava.
Nach der Ankunft am Edinburgh AIrport bauten wir unsere Fahrraeder (bei strahlenden Sonnenschein) zusammen u. fuhren mit den Fahrraedern (u. den am Gepaeckstraeger gestapelten Fahrradkartons) zum 4 km entfernten B+B wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Die B+B Gastgeber servierten uns im Wohnzimmer Kekse + Tee. Spaeter verstauten wir die Fahrradschachteln in der Garage vom B+B Besitzer.
Am Nachmittag fuhren wir mit dem Rad zum Bahnhof  Edinburgh, dort besorgten wir vor der Weiterfahrt eine Gaskartusche.
Am Abend um 21:00 Uhr erreichten wir die Highland Hauptstadt Inverness.
Bei einem Wirten kauften wir uns Pizza u. Wrap + schottisches Bier.
Bei Resttageslicht um ca. 23:00 Uhr bauten wir auf einem Sportplatz (neben dem Fluss Ness) unser Zelt auf.
Erster Eindurck nach einem halben Tag Schottland: sehr sehr freundliche u. hilfsbereite Leute, auch in Schottland gibt es schoenes Wetter:-)







Fahrt mit dem Radl von Inverness nach Lairg
Fahrzeit 5h27min,  102,87km
Sonntag 26.05.
Spaet aufgestanden, anschliessend Essen im Supermarkt eingekauft.
Um Ca. 13:00 Uhr losgefahren am Radweg Richtng Norden.
Nach der Moray Fjord Querung auf huegeligen Landstrassen der Black Isle entlanggefahren.
Am Ende der Insel hatten wir die letzte Faehre fuer diesen Tag gerade noch erwischt. Beim Rueberqueren mit der Faehre erfuhren wir, dass dies ueberhaupt der erste Tag in diesem Jahr sei an dem die Fahre faehrt...
In Tain machten wir eine laengere Tee Pause u. warteten einen kurzen Regenschauer ab.
Spaeter furhen wir mit Rueckenwind bis Lairg u. campten am Ufer vom Loch Shin.












Radeln von Lairg bis kurz vor Hope
Fahrzeit 3h32min, 76km
Montag 27.05.
Mit Rueckenwind segelten wir durch einsame Landschaft u. nahezu 0 Verkehr bis Tongue.
In einer kleinen Siedlung mit ca. 5 Haeuser u. einer Schule (in der 5 Kinder unterreichtet werden) kehrten wir in einem B+B ein u. genossen Tee u. Kekse. Durch die gespraechige Gastgeberin erfuhren wir einiges ueber die Gegend.
Am spaeten Nachmittag begann es dann zu regnen. Da es laut B+B Dame am Nachmittag heftig stuermen u. Regnen soll,  bauten wir unser Zelt hinter einem verfallenen Haus im Lee auf u. warteten auf den "Sturm". Der vorhergesagte Sturm u. das Schlechtwetter kam aber nicht (im Gegenteil, es klarte wieder auf u. der Wind wurde weniger). Wir blieben trotzdem an diesem gemuetlichen Platz u. kochten leckeres schottisches Dosen Bohnen - Wuerstel - Speck - Dingsl.
In der Nacht schrie nahezu ununterbrochen, direkt neben unserem Zelt, ein Vogel.  Sobald wir aus dem Zelt schauten war er wieder still u. es war kein Vogel zu sehen:-)
komischer Vogel!












Von Hope zum Cape Wrath
Fahrzeit 3h56min, 64km
Dienstag 28.05.
Wir starteten den Radl Tag bei strahlend blauen Himmel u. starken OSO Wind (Rueckenwind).
Beim Umfahren vom Loch Eriball hatten wir kurz Seiten u. Gegenwind.
Dieser Kustenabschnitt mit einem Mix aus flacher Sand u. felisger Steil - Kueste war landschaftlich wunderschoen. In Durness erkundigten wir uns bei einem Einheimischen, ob es momentan erlaubt ist, zum Cape Wrath zu radeln, da in diesem Gebiet das Militaer regelmaessig Schiessuebungen durchfruehrt.
Dieser Nahm sich (wie bis her alle Schotten die wir kennenlernten) sehr viel Zeit fuer die Beantwortung unserer Frage. Im Ort kauften wir noch Lebensmittel fuer die geplante Uebernachtung beim Cape Wrath ein u. "tankten" unsere Wasserbehaelter auf. Danach radelten wir wir ein paar km weiter bis zur Personen Faehre (Nussschale mit Aussenbordmotor), die uns ueber den Fjord (Fjord Eriboll) befoerderte.
Der "Kaptain" sprach waehrend der Fahrt ein paar Saetzte mit uns, abgesehen von "bloody engine" verstanden wir kein Wort.
Nach der Ueberfahrt setzten wir unsere Tour fort. Hier trafen wir unterwegs nur auf zwei Radfahrer u. zwei Minibusse. Am Cape Wrath (NW Punkt Schottlands) schlugen wir unser Zelt auf u. machten einen Spaziergang entlang der Kueste. Spaeter lagen wir faul in der Sonne. Maria nahm ein Bad in einem warmen "Loch". In der Abendsonne, als das Cape dann uns alleine gehoerte, kochten wir Nudeln u. genossen den Sonnenuntergang (22:15 Uhr).



























Cape Wrath bis Scourie
Fahrzeit 3h 57min 63 km
Mittwoch 29.05.
Am Morgen kochten wir, windgeschuetzt, im Leuchtturmstueberl unser Porridge.
Nachdem wir die 11Milen entlang der holprigen Strasse (bei der sich Christian einen grausigen 8er in die hintere Felge schlug) zur "Faehre" retour geradelt waren, fuhren wier erneut mit dem "unverstaendlichen" Schotten ueber den Fjord. Danach radelten wir (wie sollte es auch anders sein) wieder mit Rueckenwind Richtung Seuden. Dieser Abschnitt war deutlich huegeliger als wir es aus den Vortagen gewohnt waren. Die Fahrerei war ein staendiges auf u. ab Fahren mit teilweise ueber 20% Steigung. In Scourie machten wir eine kurze, obligatorische Tea Time mit Tee u. Kuchen in einem B + B. Nach der kurzen Pause wollte Christian nicht mehr weiterfahren, da er ploetzlich grossen Guster auf Eierspeise hatte. Also kauften wir Eier, Schinken, Kaese, Tomaten, Brot u. Schokokuchen. Anschliessend suchten wir uns einen nicht weit entfernten schoenen Platz an der Kueste zum Biwakieren u. startenen den Kocher an um Eierspeise zu kochen.
Nach dem Festschmaus verkrochen wir uns ins Zelt da der Wind ungemuetlich wurde.

















Von Scurie nach Ullapool
Fahrzeit 6h46min. 109km
Donnerstag 30.05.
"Frueh" um 10 Uhr, bei 8/8 Bewoelkung gestartet.
Das Auf u. Ab sezte sich auch auf dieser Etappe fort u. machte uns viel Spass. Maria machten huegeligen Passagen derart viel Spass, sodass Christian beim Tempo Machen kaum noch auf Maria Ruecksicht nehme n musste.
Besonders die schnellen Abfahrten auf den kaum befahrenen Seitenstrassen waren sehr lustig.
Den meisten "Strassenverkehr" verusachten die Schafe die regelmaessig gemaechlich die Strasse querten.
Auf dieser Strecke trafen wir auch immer wieder auf andere Touren u. Rennradfahrer. In  Drumbag machten wir wieder mal eine Pause in einem B+B.
In Lochinver legten wir eine weiter Pause ein u. tranken ein Bier.
Nach dem Bier und einer netten Unterhaltung mit einem aelterten englischen Urlauberpaar setzten wir, leicht rauschig, unsere Reise Richtung Ullapool fort.
Unsere letzte Pause machten wir auf einem Pass kurz vor Badnagyle, dort genossen wir die wunderschoene Ausssicht. Anschliessend folgte eine schnelle Abfahrt zum Loch Broom. Ab der Hauptstrasse, die uns die letzten km nach Ullapool fuehrte wurde es landschaftlich weniger interessant u. wir waren beide froh als wir nach dem langen Tag um 20:00 Uhr in Ullapool eintrafen.
In einem dortigen Wirtshaus kauften wir uns beide eine large Portion Fish and Chips + Bier. Danach checkten wir gerade noch rechtzeitig im Hostel ein u. ergatterten zum Glueck noch ein 2 - Bett Zimmer.




















bisher zurueckgelegte Strecke: